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Smart Metering

Die digitale Technik dringt auch immer mehr in den Bereich des herkömmlichen Stromzählens vor: In den nächsten Jahren soll immer mehr von analoger auf digitale Messung durch Smart Meter umgestellt werden, wie die FAZ berichtet. Welche Kosten können auf Sie zukommen? Warum sollen wir überhaupt umstellen? Die Antworten haben wir Ihnen hier kurz zusammengefasst.

Seit seiner Erfindung vor über 100 Jahren ist der analoge Ferraris-Stromzähler mit seinem exakten und einfachen auf Induktion beruhenden Prinzip deutschlandweit im Einsatz. Jetzt beabsichtigt die Bundesregierung ein Gesetz durchzubringen, das die alten Stromzähler durch digitale Messinstrumente, Smart Meter, ersetzt. Diese setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Der erste Teil misst physikalisch und zeigt den aktuellen Verbrauch auf einem Display an, der zweite Teil speichert alle Messwerte und kann diese Daten an den Stromkunden, aber auch an den Energieversorger weitergeben.

Zu diesem Umbau sollen nach dem Gesetzesentwurf alle Haushalte verpflichtet sein, die jährlich mehr als 6000 Kilowattstunden Strom verbrauchen. Da nur wenige diesen Verbrauch überhaupt erreichen, müssen die meisten Privathaushalte ihren guten, alten Ferraris-Stromzähler voraussichtlich nicht ausmustern. Doch gerade Gewerbebetriebe werden wohl umstellen müssen und das laut Plan ab 2020. Innerhalb von acht Jahren soll der Wechsel danach abgeschlossen sein, auch wenn einige Stromerzeuger eine frühere Umsetzung ab 2017 und eine Verpflichtung von Haushalten ab einem Stromverbrauch von 2000 Kilowattstunden fordern.

Der Grund für die Einführung des Smart Metering liegt weniger darin, dass dann die Stromzähler nicht mehr jährlich abgelesen werden müssen – was heute allerdings auch schon zum Großteil die Stromkunden selbst gemacht haben. Der eigentliche Sinn besteht in einer notwendigen Unterstützung der Energiewende. Denn ein Problem bei der Umstellung auf erneuerbare Energien sind die Schwankungen im Stromangebot. Je nach Wetterlage können die durch Wind- und Sonnenkraft gewonnenen Strommengen zwischen fast nichts und über 90 Prozent der Tageslast schwanken. Mit Smart Metering soll es in Zukunft möglich sein, nicht nur nach der Strommenge, sondern auch nach flexiblen Tarifen abzurechnen. Befindet sich mittags viel durch Solarenergie erzeugter Strom im Netz, fallen die Preise und Ihre elektrischen Geräte setzen sich automatisch in Gang. Da es solche Tarife momentan nur für Großkunden gibt und der Stromkunde selbst für den Zähler bezahlen muss – allerdings maximal 100 Euro - ist die Einsparung von Strom und Kosten momentan noch schwierig.

Was viele abschreckt, ist auch die Tatsache, dass die Verbrauchsdaten auch an den Stromversorger gesendet werden. Um Ihre Daten bestmöglich zu schützen, sieht der Gesetzesentwurf einige Maßnahmen vor. So sollen die gemessenen Verbrauchswerte nur in Blöcken von 15 Minuten gespeichert werden, so dass der Verbrauch zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht feststellbar ist. Außerdem sollen diese Daten nur alle drei Monate blockartig an den Stromanbieter übermittelt werden. Auch die Gefahr eines Hackerangriffs wurde von der Gesetzesinitiative berücksichtigt. Deswegen müssen alle in der Bundesrepublik zugelassenen Smart Meter einem festgelegten sehr hohen Sicherheitsniveau entsprechen und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert werden.

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